Sonntag, 02.08.2026, 17:00 Uhr

Konzert für Violoncello solo — Einstimmige Musik von Meistern der Mehrstimmigkeit

Werke von Diego Ortiz, Giovanni Battista Degli Antonii, Monsieur de Sainte-Colombe, Antoine Forqueray und Georg Philipp Telemann

Ludwig Frankmar, Violincello

In der späten Renaissance entstand eine einstimmige Instrumentalmusik, die ihre Wurzeln im polyphonen Gesang hatte, der wiederum aus dem alten einstimmigen Kirchengesang hervorgegangen war. Es handelte sich um eine kontrapunktisch mehrstimmig angelegte Musikform, wobei der harmonische Zusammenhang nicht durch gleichzeitig erklingende Töne, sondern durch aufeinanderfolgende Tonreihen dargestellt wurde. Die kleineren Bassinstrumente, die ›Violoncelli‹ und die Bassgamben, spielten hierbei eine besondere Rolle, da sie als einzige Streichinstrumente alle vier Stimmlagen umfassten. Die berühmtesten und zugleich letzten Repräsentanten dieser Musikform sind die Cellosuiten von Johann Sebastian Bach. Der Ausklang der Kirchenmusiktradition im 18. Jh. bedeutete das Ende der Kontrapunktik und somit das Ende der Einstimmigkeit, da eine nicht-kontrapunktische Einstimmigkeit ohne musikalischen Sinn gewesen wäre. Entsprechend war den Komponisten der klassisch-romantischen Epoche diese Musikform fremd.

Ludwig Frankmar stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie. Nach Studien in seiner Heimatstadt Malmö bei Guido Vecchi war er als Orchestermusiker an der Barcelona Oper und als Solocellist der Göteborg Oper tätig sowie nach Studien bei Thomas Demenga an der Musik-Akademie Basel als Solocellist der Camerata Bern. Als er 1995 den Orchesterberuf verließ, beschäftigte er sich zunächst mit zeitgenössischer Musik. Kontakte und die Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führten ihn zur Alten Musik und zur historischen Aufführungspraxis. Neben Solokonzerten, zum großen Teil in deutschen Kirchen, ist er Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Berlin-Lankwitz.
Er spielt ein Barockcello von Louis Guersan (Paris, 1756)

Am Ausgang der Konzerte bitten wir um eine Spende für die Kirchenmusik unserer Gemeinde.

Foto: Frank Döhring

Ort: Schlosskirche Köpenick, Schlossinsel 1, 12557 Berlin

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